Kundenwissen · Shooting vorbereiten

Firmenshooting vorbereiten: die Checkliste für Marketing und HR

Timo Lutz an der KameraVon Timo Lutz, Fotografenmeister·Stand: September 2026·Lesezeit 6 Minuten

Kurz gesagt: Ein Firmenshooting bereitest du in vier Schritten vor.

  1. Motivliste: Wofür benötigst du Bilder, welche Motive und Personen, was ist unverzichtbar, bis wann?
  2. Im Betrieb klären: Was darf ins Bild und nach draußen, welche Sicherheitsregeln gelten, wer gibt frei, welches Budget steht?
  3. Ablaufplan vom Endtermin aus: Zeitfenster der Produktion, Zeitschätzung je Motiv, Zeit für Auswahl, Bearbeitung und Freigabe.
  4. Kolleginnen und Kollegen: früh informieren, nur mit Freiwilligen planen, die Verwendung der Bilder intern regeln.

Die Messe ist in acht Wochen. Die Personalabteilung will endlich echte Kollegen statt Stockfotos in den Stellenanzeigen. Und die letzten Hallenfotos zeigen eine Maschine, die seit zwei Jahren nicht mehr da steht. Wenn das ungefähr deine Lage ist, bist du hier richtig.

Diese Checkliste kommt aus unserer Arbeit bei Firmenshootings, vom Sondermaschinenbauer bis zum Folienhersteller. Sie zeigt dir, was du vorher klären solltest, und in welcher Reihenfolge.

Drei Mitarbeiter von STULZ stimmen sich mit einem Tablet im Hochregallager ab
Hamburg 2024, erste Station des Tages: Der Ablaufplan hängt am Klemmbrett, die Fertigung läuft weiter.

1. Anlass, Verwendung, Endtermin: womit alles anfängt

Fang nicht mit den Motiven an, sondern mit drei Fragen. Wofür benötigst du die Bilder? Bis wann benötigst du sie? Welche davon sind unverzichtbar?

Je nach Anlass passen andere Bilder, oft aber auch dieselben. Für die Website sind Querformate praktisch. Menschen fotografieren wir meist zweimal: konzentriert bei der Arbeit und dann noch einmal mit Blick in die Kamera. So passt ein Motiv für die Website, für LinkedIn und für die Stellenanzeige. Frag Agentur oder Messebauer trotzdem vorher, welche Formate sie benötigen.

Rechne vom Tag rückwärts, an dem Messebauer, Agentur oder Personalabteilung die Dateien benötigen. Dazwischen liegen eure Auswahl, unsere Bearbeitung und eure interne Freigabe. Nenne eilige Motive und den Liefertermin schon in der Anfrage. Dann können wir die Reihenfolge der Bearbeitung danach ausrichten.

Kläre außerdem intern drei Dinge: Wer wählt am Ende aus, wer gibt frei, und welches Budget ist freigegeben?

Aus Anlass und Verwendung wird die Motivliste. Sie kann ganz einfach aussehen:

BereichMotivWer ist im BildVerwendungWichtig?
MontagehalleZwei Kollegen an der Steuerung, GesprächMeister, AzubiWebsite, LinkedInja
KonstruktionBlick über die Schulter auf den BildschirmKonstrukteurinStellenanzeige Technikja
AußenbereichGebäude mit Firmenlogo am MorgenniemandWebsite, Pressewenn Zeit
BesprechungsraumGeschäftsführung im GesprächGF, VertriebWebsite, Presseja

Frag vor dem Abschicken einmal bei Vertrieb, Personal und Technik nach. Oft kommen Wünsche dazu, und ein Termin mit allen Motiven ist leichter zu organisieren als drei einzelne. Bei Lenkering, einem Automatisierungsbetrieb in Steinfeld, kam eine Motivliste mit rund 30 Situationen. Aus einem geplanten Zwei-Stunden-Termin wurde so ein realistischer Tag.

Wenn die Liste steht: Schick uns Anlass, Standort, Motivliste, deinen Wunschtermin fürs Shooting und den Tag, bis zu dem du die Bilder benötigst. Du bekommst ein Angebot mit unserer Zeitschätzung je Motiv. Und wenn das Angebot schon steht, geben wir zur Motivliste gern noch einmal Feedback aus unserer Erfahrung.

2. Was im Betrieb geklärt sein muss: Freigaben, Sicherheit, Zugang

Diese drei Fragen klärst du am besten, bevor der Ablaufplan entsteht. Sie entscheiden, was überhaupt geplant werden kann.

  • Was darf fotografiert und veröffentlicht werden, und wer entscheidet das? Prototypen, Kundenaufträge, Typenschilder mit Seriennummern, Whiteboards mit Zahlen, Bildschirme mit Kundendaten: Was nicht nach draußen darf, fotografieren wir nicht mit, wählen eine andere Perspektive oder machen es in der Bildbearbeitung unkenntlich. Wenn ihr unsicher seid oder ein Bild nur intern verwenden wollt, vermerkt ihr das später in der Rohdatenvorschau. Lege fest, wer Aufnahme und Veröffentlichung freigibt.
  • Welche Sicherheitsregeln gelten in den Bereichen, die du zeigen willst? Zutritt, Einweisung, Schutzausrüstung, in der Lebensmittelproduktion Kittel, Haube und Schleuse. Unsere Standard-Schutzausrüstung bringen wir mit, besondere Vorgaben nennst du uns vorher. Wir sind lange dabei, haben einen Blick dafür und fragen häufig nach. Trotzdem sollte die Person, die uns begleitet, das immer im Hinterkopf haben und bei jeder Arbeitssituation kurz draufschauen, ob alles euren Sicherheitsregeln entspricht. Ein Foto mit fehlender Schutzbrille will später niemand in der Stellenanzeige sehen.
  • Welche Gegenstände sollen nicht im Bild erscheinen? Fremdlogos auf Kaffeebechern, private Kalender, Werbegeschenke anderer Firmen. Kleine Dinge, die auf dem großen Messeplakat plötzlich sehr groß sind. Entscheide, was weggeräumt wird und was bleibt.

Dazu das Praktische: Anmeldung am Empfang, ein Parkplatz für ein Auto voller Technik, und für einheitliche Mitarbeiterfotos ein ruhiger Raum mit einer freien Wand und etwas Platz für unser Licht.

3. Der Ablaufplan mit der Betriebsleitung

Eine Sorge, die wir oft hören: „Wir können die Produktion dafür nicht anhalten.“ Das ist selten nötig. Wir fotografieren im laufenden Betrieb und blitzen mit Akku, damit kein Kabel im Weg liegt. Dein Betriebsleiter legt fest, welche Zeitfenster passen und wo wir kurz stören dürfen: Schichtwechsel, Lieferzeiten, die eine Anlage, die vormittags laufen muss.

Damit du realistisch planen kannst, hier die Erfahrungswerte, mit denen wir in Angeboten rechnen:

  • Arbeitssituation oder Maschinenportrait: etwa 30 bis 60 Minuten je Motiv oder Standort, inklusive Lichtaufbau. Ein Standort, ein Motiv aus verschiedenen Perspektiven.
  • Einheitliche Mitarbeiterfotos vor gleichem Hintergrund: Aufbau von Kamera und Licht etwa 30 bis 45 Minuten, danach etwa 4 bis 7 Minuten je Person, inklusive Auswahl eines Favoriten am Tablet.
  • Wege zwischen den Orten im Betrieb: die kennt ihr am besten, plant sie im Ablauf mit ein.

Bei Firmenshootings sind wir mindestens zu zweit vor Ort, Fotograf und Assistenz. Den Ablaufplan stimmen wir gemeinsam ab: Du kennst die Abläufe, wir bringen die Zeitschätzung je Motiv mit. So kann ein Ablaufplan aussehen:

ZeitOrtSituation, MotivPersonenBemerkungen
8:00EmpfangAnkunft, Sicherheitseinweisung, AufbauAnsprechperson MarketingParkplatz am Tor 2 reserviert
8:45MontagehalleSteuerung, Gespräch am SchaltschrankMeister, AzubiAnlage läuft, Schutzbrillen
9:30MontagehalleDetailaufnahmen, Hände am WerkstückMeisterUnterbrechung vorab geklärt
10:15KonstruktionArbeit am Bildschirm, Team am Tischdrei PersonenBildschirme: Kundendaten vorher schließen
11:15BesprechungsraumMitarbeiterfotos vor neutraler Wand12 Kolleginnen und KollegenListe mit Reihenfolge hängt an der Tür

Benenne für jeden Bereich eine Person aus dem Haus, die die Wege kennt, Türen öffnet und fachlich draufschaut. Bei STULZ, einem Klimatechnik-Hersteller in Hamburg, hat an jeder Station ein Kollege jede Szene abgenommen, bevor wir sie fotografiert haben. So sitzt der Griff an der richtigen Stelle, und kein Fachmann zieht später die Augenbraue hoch.

Von Arbeitssituationen machen wir in der Regel zwei Varianten: konzentriert bei der Arbeit und mit Blick in die Kamera. Sag uns trotzdem vorher, welche Bilder in Stellenanzeigen sollen.

Und denk an einen Plan B: ein oder zwei Ersatzmotive und eine Person, die vor Ort entscheiden darf, wenn jemand krank ist oder eine Maschine gerade steht.

Industriefotografie für Lenkering in Steinfeld: Besprechung am Tablet in der Montagehalle
Steinfeld 2024: Vor Ort siehst du die Aufnahmen am Tablet und kannst bei Bedarf Favoriten markieren.

4. Kolleginnen und Kollegen informieren

Die zweite Sorge, die wir kennen: „Unsere Leute lassen sich nicht gern fotografieren.“ Drei Dinge sprichst du dafür mit Personalabteilung und Führungskräften ab:

  1. Sag früh und konkret Bescheid. Wann kommen die Fotografen, in welche Bereiche, wie lange dauert ein Mitarbeiterfoto, wofür werden die Bilder verwendet. Eine kurze Mail oder ein Aushang reichen meist. Wer vorher Bescheid weiß, kann Fragen stellen, statt morgens vom Blitzlicht überrascht zu werden.
  2. Plane Mitarbeiterfotos nur mit Kolleginnen und Kollegen, die mitmachen möchten.
  3. Kläre, wer bei euch für Mitarbeiterbilder zuständig ist, zum Beispiel die Datenschutzbeauftragte oder der Betriebsrat. Diese Person klärt vor dem Termin, welche Aufnahmen entstehen, wie sie verwendet werden und was gilt, wenn jemand das Unternehmen verlässt. Wir beraten dabei nicht rechtlich. Was wir beitragen: Die Nutzungsrechte an den Bildern stehen in unserem Angebot, und eine unverbindliche Vorlage für die Freigabeerklärung eurer Mitarbeitenden liefern wir gern mit.

Zur Kleidung reicht für den Anfang: Arbeitskleidung wie im Alltag, sauber und vollständig. Im Büro lieber einfarbig als kleinkariert, keine großen Fremdlogos. Wenn Firmenkleidung ins Bild soll, leg saubere Teile in den passenden Größen bereit.

Einheitliche Mitarbeiterfotos. Wenn ein Block nur für Mitarbeiterfotos vor festen Hintergründen eingeplant ist, zum Beispiel einer für die Produktion und einer fürs Büro, fotografieren wir diese Hintergründe auch einmal ohne Personen. So können wir Kolleginnen und Kollegen, die später dazukommen, wenn nötig digital vor denselben Hintergrund setzen.

5. Nach dem Shooting: Auswahl, Freigabe, Lieferung

Am Shootingtag siehst du die Aufnahmen direkt am Tablet und kannst bei Bedarf Favoriten markieren. Danach geht es in deiner Onlinegalerie weiter: Vorschau ansehen, auswählen, wir bearbeiten die ausgewählten Bilder. Plane für eure Auswahl und die interne Freigabe eigene Zeit ein, dieser Teil liegt bei euch. Die Termine für Vorschau und fertige Bilder legen wir vor der Beauftragung gemeinsam fest, eilige Motive nennst du uns vorher.

Die Checkliste zum Abhaken

Bedarf und Termin Marketing

  • Anlass und Verwendung je Bild festgelegt: Website, Stellenanzeige, LinkedIn, Messe, Presse
  • Endtermin bekannt, eilige Motive markiert
  • Unverzichtbare Motive markiert, Wünsche aus Vertrieb, Personal und Technik eingesammelt
  • Wer auswählt, wer freigibt, welches Budget: intern festgelegt
  • Zeit für Auswahl, Bearbeitung und Freigabe vom Endtermin rückwärts eingeplant
  • Anfrage mit Anlass, Standort, Motivliste, Shootingtermin und Liefertermin verschickt

Freigaben, Sicherheit, Zugang Betriebsleitung, Marketing

  • Aufnahme und Veröffentlichung je Bereich freigegeben, Entscheider benannt
  • Sicherheitsregeln je Bereich bekannt, Einweisung für das Fototeam organisiert, Schutzausrüstung geklärt
  • Gegenstände, die nicht ins Bild sollen, weggeräumt oder für uns markiert
  • Anmeldung, Parkplatz, Räume für Mitarbeiterfotos geklärt

Ablaufplan Marketing mit Betriebsleitung und Fototeam

  • Zeitfenster und mögliche Unterbrechungen je Bereich abgestimmt
  • Zeitschätzung je Motiv mit dem Fototeam abgestimmt
  • Ablaufplan mit Zeiten, Orten, Motiven, Personen und Bemerkungen
  • Je Bereich eine Ansprechperson benannt, erreichbar in den vereinbarten Zeitfenstern
  • Plan B: Ersatzmotive und Entscheider vor Ort festgelegt

Kolleginnen und Kollegen HR, Marketing

  • Alle Beteiligten informiert: wann, wo, wie lange, wofür
  • Nur eingeplant, wer mitmachen möchte
  • Zuständige Person hat Aufnahme, Verwendung und den Fall des Ausscheidens vor dem Termin geklärt
  • Kleidung besprochen, falls gewünscht Firmenkleidung in passenden Größen bereitgelegt

Am Tag vorher Marketing

  • Bildbereiche aufgeräumt, Bildschirme und Whiteboards geprüft
  • Ansprechpersonen in ihren Zeitfenstern erreichbar

So lief es bei Lenkering und STULZ

Lenkering, Steinfeld

Motivliste und Ablaufplan kamen vom Kunden, wir haben unsere Zeitschätzung je Motiv ergänzt. Um 9:30 Uhr begann der Aufbau, danach ging es zu dritt Arbeitssituation für Arbeitssituation durch Konstruktion, Montagehalle und Büro. Der Marketingleiter verfolgte die Aufnahmen am Tablet und gab Rückmeldung. Der Plan hielt.

Zum Use Case Lenkering

STULZ, Hamburg

Wir waren früher da als alle anderen: Technik aufgebaut, Wege abgelaufen. Die Arbeitskleidung hatte STULZ gestellt, an jeder Station stand jemand aus dem Haus. Aus zwei Tagen wurden rund 90 bearbeitete Motive. Zwei Jahre später hingen einige davon großformatig auf einer Messewand.

Zum Use Case STULZ

Wir sind ein Meisterbetrieb mit zwei Fotografenmeistern, über 15 Jahren Berufserfahrung und über 1.000 Unternehmenskunden.

Nächster Schritt

Schick uns Anlass, Standort, Motivliste, deinen Wunschtermin fürs Shooting und den Tag, bis zu dem du die Bilder benötigst. Du bekommst ein Angebot mit unserer Zeitschätzung je Motiv, und den Ablaufplan stimmen wir dann gemeinsam ab.