Kundenwissen · Projekt planen

Welche Infos benötigen wir für ein passendes Angebot?

Timo Lutz an der KameraVon Timo Lutz, Fotografenmeister·Stand: Oktober 2026·Lesezeit 5 Minuten

Kurz gesagt: Fünf Angaben helfen uns, dein Projekt einzuschätzen. Je mehr davon schon in deiner ersten Anfrage steht, desto genauer können wir kalkulieren und dir mit dem ersten Angebot eine gute Einschätzung geben. Und du kannst Angebote besser vergleichen, ohne große Überraschungen hinterher.

  1. Wofür? Anlass und Verwendung: Website, Messe, Stellenanzeigen, Social Media, Presse.
  2. Was und wo? Motive grob: Maschinen, Arbeitssituationen, Mitarbeiterfotos, Gebäude. Wie viele Stationen, wie viele Standorte.
  3. Wie viele? Anzahl der Bilder, genau oder geschätzt.
  4. Bis wann? Wunschtermin oder Zeitraum, und der Tag, an dem die Bilder fertig sein müssen.
  5. Wie soll es aussehen? Beispielbilder, Look, Vorgaben, was dir wichtig ist. Und ob auch Video ein Thema ist.

„Kannst du bitte mal ein Angebot für neue Fotos einholen?“ So fangen viele Projekte an. Die erste Mail an uns lautet dann oft: „Wir benötigen neue Bilder aus der Produktion. Was kostet das?“ Eine berechtigte Frage, nur lässt sie sich so noch nicht genau beantworten. Denn ein Angebot ist nur so genau wie die Anfrage dahinter. Fehlen Angaben, füllt jeder Anbieter die Lücken mit eigenen Annahmen: mehr oder weniger Bilder, ein Tag oder zwei, mit oder ohne Bearbeitung. Die Angebote sehen dann vergleichbar aus, beschreiben aber verschiedene Projekte. Und was in einem Angebot fehlt, zahlst du am Ende oft trotzdem, nur später.

Mit den fünf Angaben bekommst du ein Angebot, das auf euer Projekt abgestimmt ist, ohne große Überraschungen, und das du fair mit anderen vergleichen kannst. Hier erfährst du, wie jede davon das Angebot genauer macht.

Timo Lutz beim fotografieren
Jedes Angebot fängt mit einer Frage an: Wofür werden die Bilder benötigt?

1. Wofür: Anlass und Verwendung

Fang mit dem Anlass an: eine neue Website, die Messe im Frühjahr, Stellenanzeigen, ein Pressetermin, der LinkedIn-Auftritt. Dazu, wo die Bilder erscheinen sollen: online, gedruckt, groß auf der Messewand.

Die Verwendung entscheidet oft, welche Motive entstehen und in welchen Formaten. Ein Website-Header ist meist sehr breit. Eine Stellenanzeige benötigt oft ein Hochformat mit Blick in die Kamera. Für die Messewand zählt die Auflösung. Wissen wir das vorher, planen wir es am Shootingtag mit ein.

Falls es Vorgaben gibt: Arbeitet ihr mit einer Werbeagentur? Dann gibt es meist Vorgaben zu Bildstil, Farben oder Formaten. Auch ein Corporate-Design-Handbuch, ein Lookbook oder ein Styleguide hilft uns, den Bildstil zu treffen. Schick mit, was es gibt, oder nenn uns die Ansprechperson in der Agentur. Gibt es schon einen Entwurf der neuen Website oder der Anzeige? Der zeigt uns oft mehr als eine lange Beschreibung. Das darf auch im zweiten Schritt kommen.

2. Was und wo: Motive, Stationen, Standorte

Eine grobe Liste reicht: Produktaufnahmen der Maschinen in der Fertigung, Arbeitssituationen in Montage und Konstruktion, einheitliche Mitarbeiterfotos für die Website, das Gebäude von außen. Dazu die Zahl der Stationen, also der Maschinen, Arbeitsplätze oder Bereiche. Bei Mitarbeiterfotos die Anzahl der Personen.

Stationen und Personen helfen uns, den Aufwand einzuschätzen: ob ein Tag reicht oder zwei sinnvoll sind. Wenn du das selbst schon abschätzen kannst, schreib es dazu. Wenn nicht, klären wir es im Gespräch. Wie eine Motivliste aussieht und wie lange ein Motiv dauert, steht in unserem Artikel Firmenshooting vorbereiten.

Mehrere Standorte? Dann nenn sie mit Ort. Zwei Werke nebeneinander gehen oft an einem Tag. Liegen sie weit auseinander, kommen Wege und ein neuer Aufbau dazu, und aus einem Tag kann ein zweiter werden.

3. Wie viele: die Bildzahl

Nenn uns die Bildzahl, genau oder geschätzt. Zum Beispiel: „etwa 30 Bilder für die Website und 20 Mitarbeiterfotos.“

Am Shootingtag entstehen viele Aufnahmen. Die Bilder, die du verwenden möchtest, wählst du danach in deiner Onlinegalerie aus. Nur diese werden bearbeitet und geliefert, und genau diese Bearbeitung kalkulieren wir. Mit einer ungefähren Bildzahl passt das Angebot von Anfang an. Werden es am Ende mehr, steht bei uns schon im Angebot, was ein zusätzliches Bild kostet. Frag das bei jedem Anbieter nach, dann gibt es hinterher keine Überraschung.

4. Bis wann: Termin und Deadline

Zwei Angaben: Wann soll fotografiert werden, als Wunschtermin oder Zeitraum? Und bis wann müssen die fertigen Bilder vorliegen?

Wir rechnen vom Liefertag rückwärts und blocken Tage für Shooting und Bearbeitung. Müssen einzelne Bilder früher fertig sein, zum Beispiel für den Messekatalog, nenn uns das dazu. Dann prüfen wir, welcher Ablauf passt. Geht das Shooting nur an einem bestimmten Tag, etwa weil eine Maschine dann ausgeliefert wird, schreib das gleich in die Anfrage. Dann prüfen wir zuerst, ob wir an dem Tag frei sind. Mit dem Angebot schicken wir oft einen Buchungskalender mit unseren freien Terminen, in dem du dir direkt einen sichern kannst.

Ein Beispiel: Ein Maschinenbauer wollte in einer bestimmten Woche fotografieren, weil dann mehrere fertige Maschinen in der Halle stehen, bevor sie zum Kunden gehen. Ein paar Wochen später sollte die Hausmesse folgen, für die die Bilder gedacht waren. Zwei Sätze in der Anfrage, und wir konnten die Shootingtage blocken und die Bearbeitung so legen, dass die Bilder rechtzeitig zur Messe fertig waren.

5. Wie soll es aussehen: Beispiele und Wünsche

Beispielbilder sind immer willkommen. Bilder, die dir gefallen, egal von wem. Handyfotos der Situationen, die du im Kopf hast. Frühere Bilder eures Unternehmens, die euch nicht mehr gefallen, und warum. Das sagt meist mehr als jede Beschreibung.

Welcher Look? Hell und freundlich, oder lieber etwas dunkler und kontrastreicher? Eher ruhig und aufgeräumt, oder lebendig und nah dran? Blick in die Kamera oder bei der Arbeit? Zwei, drei Wörter dazu reichen uns.

Erzähl uns, was dir wichtig ist. Besondere Wünsche an die Bildbearbeitung, etwa Freisteller, einheitliche Hintergründe oder das Entfernen von Fremdlogos? Das nehmen wir gleich ins Angebot auf. Und sag uns, was dir in der Zusammenarbeit wichtig ist: eine feste Ansprechperson, schnelle Rückmeldungen, Abstimmung vor Ort am Tablet oder ein ruhiger Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, die nicht gern vor der Kamera stehen.

Auch Video? Wenn ein Imagefilm, kurze Clips für Social Media oder ein Recruitingvideo ein Thema sind, nenn es in der Anfrage. Wir planen dann, ob Foto und Video an denselben Tagen sinnvoll sind oder getrennt. Beispielvideos, die dir gefallen, helfen hier genauso wie Beispielbilder.

Wie du Angebote vergleichst

Wenn du mehrere Angebote einholst, helfen dir drei Dinge beim Vergleich:

Dieselbe Anfrage an alle. Schick allen Anbietern dieselben fünf Antworten. Dann rechnen alle auf derselben Grundlage.

Dieselben Leistungen prüfen. Steht in jedem Angebot, wie viele bearbeitete Bilder enthalten sind, was ein zusätzliches Bild kostet, welche Nutzungsrechte du bekommst, ob Anfahrt und Assistenz enthalten sind? Ein Angebot, das günstiger aussieht, weil eine Position fehlt, ist am Ende oft das teurere.

Nach Erfahrung fragen. Du bezahlst nicht nur Zeit, sondern das Auge und die Erfahrung der Person hinter der Kamera. Lass dir Bilder aus vergleichbaren Betrieben zeigen: aus laufender Produktion, mit Menschen an Maschinen, unter Sicherheitsvorgaben. Achte darauf, ob dir Bildaufbau, Licht und Perspektiven gefallen. Wer das regelmäßig macht, kennt die Abläufe im Betrieb und weiß, wie sich Mitarbeitende vor der Kamera entspannen. Ein erfahrenes Team bringt außerdem eigene Schutzausrüstung mit, kennt Sicherheits- und Zutrittsregeln in Produktionsbetrieben, ist mit Verschwiegenheitserklärungen vertraut und weiß, was in einem Lebensmittelbetrieb mit Hygieneschleuse auf es zukommt. Das spart dir Erklärungen und dem Betrieb Zeit.

Nächster Schritt

Kopier dir die fünf Punkte, beantworte sie in ein paar Sätzen und schick sie uns über das Formular. Beispielbilder gern gleich dazu, oder im zweiten Schritt. Wenn du lieber sprichst, buch dir ein kurzes Telefongespräch. Dann gehen wir die Punkte zusammen durch.

Vorlage für deine Anfrage, zum Kopieren

  1. Anlass und Verwendung:
  2. Motive, Stationen, Standorte:
  3. Anzahl Bilder (geschätzt):
  4. Wunschtermin und Liefertag:
  5. Beispiele, Look, Vorgaben, Wünsche, auch Video:

Wir sind ein Meisterbetrieb mit zwei Fotografenmeistern, über 15 Jahren Berufserfahrung und über 1.000 Unternehmenskunden.