Von Timo Lutz, Fotografenmeister·Stand: September 2026·Lesezeit 6 Minuten
Kurz gesagt: Ein Firmenshooting bereitest du in vier Schritten vor.

Die Messe ist in acht Wochen. Für die Stellenanzeigen fehlen echte Kolleginnen und Kollegen im Bild, Stockfotos oder KI-Bilder will die Personalabteilung nicht mehr. Und auf den letzten Hallenfotos steht noch eine Maschine, die längst weg ist. Wenn das ungefähr deine Lage ist, bist du hier richtig.
Diese Checkliste kommt aus unserer Arbeit bei Firmenshootings, vom Sondermaschinenbauer bis zum Folienhersteller. Sie zeigt dir, was du vorher klären solltest. Nicht mehr, nicht weniger.
Fange nicht mit den Motiven an, sondern mit dem Anlass. Messe, neue Website, Stellenanzeigen, LinkedIn, ein Pressetermin. Daraus ergibt sich fast von allein, welche Bilder du benötigst.
Und jetzt der Tipp, mit dem du aus einem Shooting das Meiste herausholst:
Ein Setup, drei bis fünf Motive. Wenn Kamera und Licht einmal stehen, kostet ein weiteres Motiv nur ein paar Minuten. Nimm eine Person an ihrem Arbeitsplatz:
Wer das vorher plant, holt aus einem Shooting das Maximum heraus. Deshalb steht in unserer Motivliste neben jedem Motiv, wofür es gedacht ist:
Beispiele aus unserem Use Case STULZ



| Bereich | Motiv | Wer ist im Bild | Verwendung |
|---|---|---|---|
| Montagehalle | Zwei Personen an der Steuerung, im Gespräch und mit Blick in die Kamera | Meisterin, Azubi | Website, LinkedIn, Stellenanzeige |
| Konstruktion | Blick über die Schulter auf den Bildschirm, drei Arbeitsschritte | Konstrukteurin | Stellenanzeige Technik, Bericht zur Ausbildung |
| Außenbereich | Gebäude mit Firmenlogo am Morgen | niemand | Website, Presse |
| Besprechungsraum | Geschäftsführung im Gespräch | GF, Vertrieb | Website, Presse |
Frage vor dem Abschicken einmal bei Vertrieb, Personal und Technik nach, ob jemand noch Bilder benötigt. Ein Termin mit allen Motiven ist leichter zu organisieren als drei einzelne. Bei Lenkering, einem Automatisierungsbetrieb in Steinfeld, kamen so rund 30 Situationen zusammen. Aus den geplanten zwei Stunden wurde ein ganzer Tag, an dem alle gesammelten Bildwünsche umgesetzt wurden.
Bis wann benötigst du die Bilder? Nenne uns den Tag, dann rechnen wir rückwärts: eure Auswahl, unsere Bearbeitung, eure Freigabe. Eilige Motive bekommen wir zuerst fertig, wenn wir es vorher wissen.
Dann schicke uns die Liste. Dazu Anlass, Standort, Wunschtermin und den Tag, bis zu dem du die Bilder benötigst. Beispielbilder, die dir gefallen, oder Handyfotos der Situationen kannst du gern ergänzen. Du bekommst ein Angebot, den Zeitplan stimmen wir gemeinsam ab. Und wenn du schon ein Angebot von uns hast, geben wir zur Motivliste trotzdem gern Feedback.
Drei Fragen, die du am besten klärst, bevor der Ablaufplan entsteht
Frage 1Was darf ins Bild?Und was darf nach draußen, etwa Prototypen, Kundenaufträge, Bildschirme.
Frage 2Welche Sicherheitsregeln gelten?Zutritt, Einweisung, Schutzausrüstung, Hygieneschleuse.
Frage 3Was soll nicht im Bild sein?Was stört oder veraltet ist, wird vorher weggeräumt oder markiert.
Was darf ins Bild, und was darf nach draußen? Prototypen, Kundenaufträge, Typenschilder mit Seriennummern, Whiteboards mit Zahlen, Bildschirme mit Kundendaten. Was nicht öffentlich werden soll, fotografieren wir nicht mit, wählen eine andere Perspektive oder machen es in der Bearbeitung unkenntlich. Ihr seid bei einem Bild unsicher oder wollt es nur intern nutzen? Vermerkt das später einfach in der Vorschau eurer Onlinegalerie. Lege fest, wer am Ende die Bilder für das Unternehmen freigibt.
Welche Sicherheitsregeln gelten? Zutritt, Einweisung, Schutzausrüstung, in der Lebensmittelproduktion Kittel, Haube und Schleuse. Unsere Standard-Schutzausrüstung bringen wir mit, besondere Vorgaben nennst du uns vorher. Wir sind lange dabei, haben einen Blick für Sicherheitsregeln und fragen nach. Die Person, die uns begleitet, achtet zusätzlich darauf, dass alle im Bild die vorgeschriebene Schutzausrüstung tragen. Ein Foto mit fehlender Schutzbrille will später niemand in der Stellenanzeige sehen.
Was soll nicht im Bild sein? Fremdlogos auf Kaffeebechern, private Kalender, Werbegeschenke anderer Firmen. Kleine Dinge, die auf dem großen Messeplakat plötzlich sehr groß sind. Räum weg, was stört, oder sage es uns vor Ort.
„Wir können die Produktion dafür nicht anhalten.“ Das hören wir oft, und das ist auch selten nötig. Wir fotografieren im laufenden Betrieb und blitzen mit Akku, damit kein Kabel im Weg liegt. Die Betriebsleitung sagt uns, welche Zeitfenster passen und wo wir kurz stören dürfen.
Damit du planen kannst, unsere Erfahrungswerte:
Wir sind bei Firmenshootings mindestens zu zweit: eine Person fotografiert, eine assistiert. Den Ablaufplan bauen wir gemeinsam: Du kennst die Abläufe, wir bringen die Zeitschätzung mit. So kann er aussehen:
| Zeit | Ort | Situation, Motiv | Personen | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|
| 8:00 | Empfang | Ankunft, Sicherheitseinweisung, Aufbau | Ansprechperson Marketing | Parkplatz am Tor 2 reserviert |
| 8:45 | Montagehalle | Steuerung, Gespräch am Schaltschrank | Meisterin, Azubi | Anlage läuft, Schutzbrillen |
| 9:30 | Montagehalle | Detailaufnahmen, Hände am Werkstück | Meisterin | kurze Unterbrechung abgesprochen |
| 10:15 | Konstruktion | Arbeit am Bildschirm, Team am Tisch | drei Personen | Bildschirme: Kundendaten vorher schließen |
| 11:15 | Besprechungsraum | Mitarbeiterfotos vor neutraler Wand | 12 Kolleginnen und Kollegen | Liste mit Reihenfolge hängt an der Tür |
Eine Person führt uns durch den Betrieb. Ohne sie geht es nicht. Sie kennt die Wege, öffnet Türen und holt die Kolleginnen und Kollegen aus dem Meeting. Am Tablet schaut sie mit und sagt uns, wenn noch etwas Besonderes gewünscht ist oder etwas nicht ins Bild darf. Plane für sie während des Shootings keine anderen Termine ein.
Ankunft und Aufbau. Melde uns am Empfang an und reserviere einen Parkplatz nah am Eingang, wir kommen mit dem Auto voller Technik. Für einheitliche Mitarbeiterfotos benötigen wir außerdem einen ruhigen Raum mit einer freien Wand und Platz für unser Licht.
Wenn jemand ausfällt. Krankmeldung am Morgen, Maschine steht still: Das kommt vor und wirft den Tag nicht um. Wir ziehen dann ein anderes Motiv von der Liste vor. Ein oder zwei Motive mehr auf der Liste, als du unbedingt benötigst, machen das leicht.
„Unsere Leute lassen sich nicht gern fotografieren.“ Die zweite Sorge, die wir kennen. Diese Punkte helfen:
Zweimal Bescheid geben. Informiere zuerst alle: An dem Tag wird fotografiert, in diesen Bereichen, zu diesen Zeiten. Die Fotografierten erfahren zusätzlich, wofür die Bilder gedacht sind und wie lange ihr Einsatz dauert. Sage ihnen auch, dass sie ihre Bilder vor der Veröffentlichung noch einmal sehen. Das nimmt die meiste Nervosität.
Nur mit Freiwilligen. Wer nicht möchte, muss nicht. Aus Erfahrung: Die meisten wollen, sobald die ersten Bilder am Tablet die Runde machen.
Freigabe regeln. Eine unverbindliche Vorlage für die Freigabeerklärung eurer Mitarbeitenden liefern wir gern mit. Gibt es bei euch einen Betriebsrat oder eine Person für den Datenschutz, bezieht sie kurz ein. Die Nutzungsrechte an den Bildern selbst stehen in unserem Angebot.
Kleidung, kurz gesagt. Arbeitskleidung wie im Alltag, sauber, unversehrt, gut sitzend, Logo aktuell. Im Büro einfarbig statt kleinkariert, keine großen Muster oder Fremdlogos. Wer Anzug oder Blazer trägt: dunkles Sakko, helles Hemd, Weiß und Dunkelblau wirken frischer als Schwarz. Keine kurzfristigen Experimente mit der Frisur. Kleine Makel wie Augenringe retuschieren wir. Alle Tipps zum Weiterleiten an dein Team findest du im Artikel Gut vorbereitet vor die Kamera.
Dankeschön nicht vergessen. Viele sind stolz, dass sie ausgewählt wurden, und freuen sich über ihre Bilder. Ein paar Abzüge oder die digitalen Bilder für LinkedIn kosten wenig und kommen gut an.
Einheitliche Mitarbeiterfotos. Auch Kolleginnen und Kollegen, die später dazukommen, können ein passendes Mitarbeiterfoto bekommen. Dafür fotografieren wir bei einem Block vor festen Hintergründen, zum Beispiel einer für die Produktion und einer fürs Büro, jeden Hintergrund zusätzlich ohne Personen. Neue Kolleginnen und Kollegen setzen wir dann bei Bedarf digital vor denselben Hintergrund.
Am Shootingtag siehst du die Aufnahmen direkt am Tablet und kannst bei Bedarf Favoriten markieren. Danach kommt die Vorschau in deine Onlinegalerie. Du wählst aus, wir bearbeiten. Die Termine für Vorschau und fertige Bilder legen wir vorher gemeinsam fest, eilige Motive zuerst.
Motivliste und Ablaufplan kamen von Lenkering selbst, wir haben unsere Zeitschätzung ergänzt. Um 9:30 Uhr begann der Aufbau, danach ging es zu dritt Arbeitssituation für Arbeitssituation durch Konstruktion, Montagehalle und Büro. Der Marketingleiter verfolgte die Aufnahmen am Tablet und gab Rückmeldung. Der Plan hielt.
Zum Use Case LenkeringZwei Tage, zwei Besetzungen: am ersten Tag die eigenen Leute im laufenden Betrieb, am zweiten gebuchte Modelle im leeren Werk. Damit die Handgriffe der Modelle stimmten, stand an jeder Station jemand aus dem Haus daneben. Aus zwei Tagen wurden rund 90 bearbeitete Motive, die später noch großformatig auf einer Messewand hingen.
Zum Use Case STULZWir sind ein Meisterbetrieb mit Meisterin und Meister, über 15 Jahren Berufserfahrung und über 1.000 Unternehmenskunden.
Schicke uns Anlass, Standort, Motivliste, deinen Wunschtermin fürs Shooting und den Tag, bis zu dem du die Bilder benötigst. Du bekommst ein Angebot, und die Zeitplanung gehen wir gemeinsam durch.